Verleih von Elektro-Lastenrädern in der Schweiz

Lastenräder können in der Stadt Autos ersetzen. Ein Kauf rechnet sich für Privat- oder Geschäftsleute allerdings oft nicht, weil die Cargobikes nur relativ selten gebraucht werden.

In Bern gibt es darum jetzt das weltweit erste öffentliche Sharing-System für elektrisch betriebene Lastenräder. Ein Projekt mit Vorbildfunktion.

151103 Carvelo2go

Seit Ende September vermietet Carvelo 18 Lastenräder in verschiedenen Stadtteilen Berns. Ein Projektpartner ist neben anderen der Touring Club Schweiz (TCS), das Schweizer Pendant des deutschen Automobilclubs ADAC. Das Ausleihverfahren ist simpel: Über die Plattform carvelo2go können sich Interessierte ein Rad stundenweise (bis zu 72 Stunden) reservieren; die Schlüssel werden bei sogenannten Hosts abgeholt. Als solche fungieren beispielsweise die Mobilitätsakademie, die das Projekt gestartet hat, der TCS, aber auch Gastronomen oder Friseure.

Dass das Konzept sich auf Hosts stützt, hat einen Grund: “E-Cargobikes wurden nicht für den Verleih gebaut”, sagt Jörg Beckmann, Direktor der Mobilitätsakademie und Initiator von Carvelo. Sie bräuchten eine intensivere Pflege als robuste Räder, die für den Verleih konstruiert werden. Die Wartungsaufgaben und auch das Laden der Akkus übernehmen die Hosts. Im Gegenzug können sie die Räder umsonst nutzen, wenn sie gerade nicht gemietet werden.    Auch für die Mitglieder des Touring Clubs sind die Elektro-Lastenräder im ersten Jahr kostenlos. Das ist ein cleverer Schachzug. “Auf diesem Weg gewinnt der TCS neue Mitglieder”, sagt Beckmann. Ansonsten kosten die Räder für die erste Stunde fünf Franken (rund 4,59 Euro), danach zwei Franken, ab der zehnten Stunde einen Franken pro Stunde.

Beispiele für Lastenräder